Rezension: Schule der Meisterdiebe - Die schwarze Festung (Band 4) von J. J. Arcanjo
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Hallo meine Lieben,
heute möchte ich euch das Buch "Schule der Meisterdiebe - Die schwarze Festung" von J. J. Arcanjo vorstellen. Es handelt sich dabei um Band 4 aus der Reihe.
Preislich liegt das Buch bei 14€ und ist über diverse Plattformen erhältlich.
Klappentext (Quelle: NetGalley.de):
"Im vierten Jahr an der Schule der Meisterdiebe bekommen Gabriel und seine Freunde das neue Fach Umgebungskunde und lernen, unbemerkt an einen anderen Ort zu gelangen. Das hilft, denn dieses Mal gewinnt den Gaunerpokal, wer es schafft, in die berüchtigte Festung Tor Malan einzubrechen und eine der kostbarsten Ketten der Welt zu stehlen. Leider sind hinter dieser Kette auch die mächtigsten Verbrecher der Unterwelt her, »Die Namenlosen«. Und um sich an Gabriel zu rächen, schmieden sie einen üblen Plan. Nur mit Einfallsreichtum und Hilfe von unerwarteter Seite können Gabriel und seine Bande es schaffen."
Ich habe Band 4 der Schule der Meisterdiebe echt gern gelesen. Was mich sofort abgeholt hat, war, dass die Protagonist*innen endlich ihr eigenes Ding verfolgen. Sie definieren sich nicht nur über die Bande, sondern setzen sich persönliche Ziele, stolpern, stehen wieder auf – das fühlt sich lebendig und nachvollziehbar an. Gerade diese Momente, in denen sie an ihren Grenzen kratzen, haben mich durch viele Kapitel getragen.
Aber je weiter ich gelesen habe, desto mehr hatte ich das Gefühl, dass der große Reiz der Reihe – die Hauptstory um die Namenlosen – immer mehr an den Rand gedrängt wird. Wir sprechen hier über eine Organisation, die bereit ist, den eigenen Sohn zu töten. Das ist ein moralischer Abgrund, der nachhallt, der Figuren zerlegt, Loyalitäten sprengt, Wertesysteme pulverisiert. Stattdessen wird das Thema für meinen Geschmack zu knapp angerissen, fast wie ein Stichwort, das schnell wieder aus dem Fokus rutscht. Die Spannung bleibt dadurch seltsam gedeckelt: Die Stakes sind riesig, aber die Story schaut nur kurz hin und geht weiter.
Das Pacing hat für mich genau darunter gelitten. Die individuellen Entwicklungsbögen sind zwar stark – ich mochte die inneren Konflikte, die kleinen Siege, auch die Rückschläge – nur fehlt ihnen der Sog eines klar sichtbaren Gegners. Wenn die Namenlosen auftauchen, brennt die Luft; wenn sie wieder verschwinden, fällt die Handlung zurück. Ich hätte mir mehr Konsequenzen aus dieser unfassbaren Enthüllung gewünscht.
Trotzdem: Der Band ist gut geschrieben, die Dialoge sitzen, und das Worldbuilding bleibt charmant verschachtelt. Für mich fühlt er sich wie ein langes Einatmen an – viel Aufbau, wenig Entladung. Mein Wunsch für den nächsten Teil: die Namenlosen stärker ins Zentrum rücken, die emotionalen und moralischen Fallout-Wellen ausspielen und den persönlichen Wachstum der Figuren nicht nur neben, sondern gegen diese Hauptbedrohung spiegeln. Dann kann die Reihe wieder genau das liefern, was mich am Anfang so gefesselt hat.
Kennt ihr die Reihe?
Liebste Grüße
eure Nadine

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